Verweigerer

Seit einiger Zeit habe ich mit einigen Kollegen ein Problem. Seit vielen Jahren kennt sich ein gewisser Stamm und man hat freundschaftliche Bande geknüpft. In dem Sinne von „einen Kollegen besonders mögen – oder mit ihm gut können“. Privat trifft man sich nicht. Aber durch die vielen Jahre und durch die gemeinsamen Erlebnisse von fast bankrott und Massenentlassungen bis jetzt zum solidarischen Zusammenhalt in der Krise und Behauptung am Weltmarkt hat sich diese Allüre des Händeschüttelns gehalten. Freundschaftlich geht man aufeinander zu und reicht sich die Hand mit einem verbindlichen Lächeln. Seit einer geraumen Zeit bin ich nun der Handverweigerer und stoße dabei auf vollkommene Betroffenheit, Verständnislosigkeit oder muss mir blöde Sprüche anhören. Auf die Dauer bin ich es echt satt mich ständig erklären zu müssen. Ich nehme mir vor jetzt den Knicks einzuführen, vielleicht mit unterwürfigem Augenklappern und leicht aufziehender Röte im Gesicht.

Eigentlich denke ich dass wir durch die Medien genug aufgeklärt sind. Unsere Geschäftsleitung hat sogar extra eine Schweinegrippe-Betriebsversammlung abgehalten.

Ich kann mir absolut nicht leisten irgendeinen Virus einzufangen. Weder den vom Schwein noch vom Huhn oder vom Elefant oder sonst von wem. Der Oktober hat mir gezeigt wie es ist sich als Schuppenflechten-Kranker eine Bronchitis anzueignen. War gar nicht nett. ÜBERHAUPT UND GANZ UND GAR NICHT! Anscheinend bin ich durch Schuppi jetzt angreifbarer. Und deshalb will ich mich vorsehen. Ich fahre mit allen möglichen Verkehrsmitteln – Bahn, Tram und Bus. Millionen Menschen sind zur gleichen Zeit unterwegs. Die Bahnen und Busse sind voll. Jeder hält sich an den Haltstangen fest oder nutzt die Treppengeländer, Fahrstuhlknöpfe und Türöffner. In der Firma werden Klinken, Geländer, Fahrstühle, Clobrillen, Telefone, Tastaturen, Kaffeeautomaten-Knöpfe und was weiß ich nicht noch alles gemeinsam benutzt. Viele kommen von Reisen, egal ob aus dem Urlaub oder von Dienstreisen und praktisch jeder kann DEN Virus an/in sich haben.

Ist es da soooooooo schlimm wenigstens auf’s Händeschütteln zu verzichten???

manchmal

Manchmal möchte ich schon schreiben aber dann kann ich es nicht. So wie Heute! Der Mauerfall jährt sich zum 20. Mal. Ich bin schon seit 1 Woche so emotional hoch drauf dass ich meine Erinnerungen kaum unter Kontrolle bekomme. Das Heulen auch nicht.

Ich erinnere mich gerne. Es ist das Höchste was ich erlebt habe in meinem kleinem Leben. Und es hat sich seit dem sehr geändert - das kleine Leben.

Der Genießer schweigt halt!

Gestrichen

Den Oktober haben wir einfach mal gestrichen. So dolle war der nicht. Nur von Krankheit gezeichnet wird er von uns in die Ecke gestellt. Da kann er bleiben. Von uns aus bis nächstes Jahr. *pf*

auferstanden

Von den Toten auferstanden. Nein - es war nicht lebensgefährlich - es war aber sehr sehr sehr schmerzhaft. Zwei Tage habe ich nur gelegen. Und das ist schlimm. Man wird direkt noch kränker, weil matter. Am Donnerstag hielt ich es nicht mehr aus und telefonierte mit Hausärztin und Lieblingsapotheke und entschied dann mit der allerbesten Frau mir einen Chirurgen zu suchen. Ich traf genau DIE glückliche Wahl und sollte sogar noch am gleichen Tag hin, und das auch noch innerhalb von einer dreiviertel Stunde. Da hatte ich aber weder Überweisung noch konnte ich schnell laufen. Hillimaus und ich wuchsen aber wieder über uns hinaus und so schafften wir es. Der Chirurg empfing mich nicht mit dem Skalpell aber ich fühlte mich gleich in guten Händen. So ein toller lieber Arzt - ich könnte heulen vor Glück! Und meine Lieblingsapothekerinnen meinten später, was ich für ein Glück gehabt habe überhaupt einen Termin bei diesem TOP-Doc bekommen zu haben.

Tja - manchmal hab ich halt Glück. Im Endeffekt brauchte der Chirurg gar nicht operieren, das schmerzhafte Dingens hatte sich dann in spektakulärer Art und Weise selbst geöffnet und schrumpft nun vor sich hin. Es ist sehr harmlos was ich hier schreibe. Ich überlasse Euch die übelsten, ekligsten Phantasien - dann liegt ihr richtig.

Erstaunlich ist nur dass ich sowas von Matsch bin und bei jeder kleinsten Anstrengung ermattet auf das Sofa sinke und die Uhr rund penne. Man oh man! Aber ich lebe wieder! Da war ich mir vor zwei Tagen gar nicht mehr so sicher. Und ich genieße das SITZEN und LAUFEN. *schwärm*

Alles ist schön und so kann ich Euch auch einen schönen Sonntag wünschen! Schmerzfrei hoffentlich!

Immer wieder montags

Am WE sind wir selten online und deshalb bekommen wir dann montags die ganze Breite von Glück, Unglück, Hoffnung, Panik und Wut unserer lieben virtuell Vertrauten ab.

Da wird der Kriminaltango getanzt oder am liebsten Hänsel und Gretel gespielt.

Dort hören wir vom Notrufeinsatz und dicke Freundesunterstützung.

Hoffnungsvoll schauen wir ins Körbchen von X-Mas und atmen erleichtert auf.

Und zum Glück wurde im Allgäu nur gesponnen. Ich habe Null Ahnung von sowas finde aber dieses Handwerk voll faszinierend.

Jeder empfindet ja für sich seine eigene Katastrophe. Und meine galt den Wechseljahren am WE. Eigentlich schon die Woche vorher aber die Steigerung war dann eben der Freitag. NEIN! Auf das was mein Körper da mit mir anstellte, darauf war ich nicht vorbereitet. Ich habe dann auch einfach mal mitternächtens mit einer Bereitschaftsärztin telefoniert, die mich zumindest beruhigte und alles auf die Menopause schob. Nach dem wir dann am Samstag die gewissen Drogerieartikel in XXXL-Größe kauften und das in Mengen, ließen die schwallartigen Überfälle endlich nach und ich atmete auf. Gleichzeitig hasste ich meinen Körper für solche ungeplanten finanziellen Ausgaben, schließlich hätte er sich auch vor dem Einkauf positiv bemerkbar machen können. Das Rest Wochenende lauscht man dann so in seinen Körper hinein. Bei jedem Piekser oder Zieher oder Drücker und Schwindler oder sonstwas könnte ich mich in alle möglichen Krankheiten reinsteigern.

Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Mal sehen wie lange das noch diesen Monat geht und ob es jetzt monalich normal ist. Dabei dachte ich noch vor kurzen: Hach jetzt bin ich das Gedöns endlich los! Nüscht ist!

Tschuldschung für die Intimitäten, aber unser Wochenende war eben mit solchen „Nebensächlichkeiten“ gespickt. Wir haben echt Angst bekommen!

Ich wünsche allen Kranken: Gute Besserung!

Dem Pflegepersonal wünsche ich: Kraft, Ausdauer und Einfühlungsvermögen!

Den Betrogenen: Einfallsreichtum für die Rache!

Den Spinnern: Ein gutes Händ- und Füßchen!

Ansonsten würde uns sicher mal eine stinklangweilige Woche guttun! Oder?